Anheuser-Busch InBev / BE0003793107

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    • Anheuser-Busch InBev / BE0003793107

      AnheuserBusch + International Beverages (Interbrew) = AnheuserBusch-InBev

      Acquisition of Anheuser-Busch schrieb:

      Acquisition of Anheuser-Busch
      (Quelle: Annual Report 2008)

      On 18 November, InBev has completed the acquisition of Anheuser-Busch, following approval from shareholders of both companies.
      Under the terms of the merger agreement, all shares of Anheuser-Busch were acquired for 70 US dollar per share in cash for an aggregate amount of approximately 52.5b US dollar or 40.3b euro. AB InBev financed the merger with funds drawn under the new senior and equity bridge facilities (see note 25 Interest bearing loans and borrowings).

      On 18 December the 9.8b US dollar equity bridge facility was reimbursed with the proceeds of the issuance of 986 109 272 new AB InBev shares (6.36b euro).

      InBev hat also zunächst einen Überbrückungskredit aufgenommen, damit (sowie mit der bereits vorhandenen eigenen Liquidität) sämtliche Aktien von AnheuserBusch aufgekauft und anschließend eine Kapitalerhöhung durchgeführt, um den (vermutlich teuren, weil auf dem Höhepunkt der Finanzkrise kurzfristig bereitgestellten) Kredit umgehend zurückzuzahlen.

      Das neue Unternehmen gibt im Annual Report 2008 an, dass sämtliche EPS-und Dividendenwerte für InBev aus der Zeit vor der Fusion mit einem Faktor von 0.6252 zu multiplizieren sind, und kommt dadurch im Annual Report auf die folgenden Werte:

      Normalized Earnings per Share before Goodwill:
      • 2010: $3,17
      • 2009: $2,48
      • 2008: $2,51
      • 2007: $2,61
      • 2006: $1,96 (alle diese Werte aus Annual Report 2010)
      • 2005: $1,33 (aus Annual Report 2009)


      Dividende pro Aktie:
      • 2010: $1,07
      • 2009: $0,55
      • 2008: $0,35
      • 2007: (Sonderdividende zur Senkung des Eigenkapitals, welche nicht erfaßt werden sollte; Näherung mit Mittelwert aus 2006 und 2008 eingetragen)
      • 2006: $0,95 (alle diese Werte aus Annual Report 2010)
      • 2005: $0,57 (aus Annual Report 2009)
      • 2004: $0,46 (aus Annual Report 2008, dort hochskaliert von $0,39 analog zu 2005)


      Aktienkurse für die Zeit vor 2008 gibt es für AnheuserBusch-InBev an der Heimatbörse in Brüssel:
      • Ende 2008: 17,25 € (Finanzkrise, Verwässerung durch die direkt zuvor erfolgte Fusion mit einer Milliarde neuer Aktien zu 6,45 €/Stück!)
      • Ende 2007: 35,75 €
      • Ende 2006: 30,96 €
      • Ende 2005: 22,93 €
      • Ende 2004: 17,84 €
      Das Hamsterrad-Sheet rechnet diese Euro-Kurse automatisch in die Bilanzierungswährung US-Dollar um, die dafür erforderlichen Faktoren sind bereits vorhanden (bloß die Kurse vor 2008 fehlen).

      InBev nennt im Annual Report 2009 folgende Aktienzahlen:
      • 2009: 1584 Mio
      • 2008: 999 Mio / 0,6252 = 1597,9 Mio
      • 2007: 976 Mio / 0,6252 = 1561,1 Mio
      • 2006: 972 Mio / 0,6252 = 1554,7 Mio
      • 2005: 960 Mio / 0,6252 = 1535,5 Mio.

      In diesen Zahlen ist bereits eine erste Teil-Kapitalerhöhung (durch welche die Aktienzahl von ca. 620 Mio. auf ca. 1000 Mio. stieg - die Meldung weiter oben erwähnte ja eine Milliarde zusätzlicher Aktien) bereits enthalten. Durch das Umskalieren der Aktienzahl könnte man diese Kapitalerhöhung aus der Entwicklung dieses Wertes eliminieren. (Die Aktie wird ständig geringfügig verwässert, Rückkäufe werden anscheinend keine getätigt.)
    • EPS-Bereinigung für (und durch) Anheuser-Busch InBev

      Anheuser-Busch InBev hat zwar seinen Unternehmenssitz in Belgien, die Aktie ist jedoch (nach wie vor) an der Börse New York gelistet und das Unternehmen muss daher Jahresberichte vom Typ "Form 20-F" erstellen.

      In diesen Jahresberichten bereinigt das Unternehmen seine Gewinne um "exceptional items":
      • 2016: Diluted EPS $0,71 => $2,77 Diluted EPS before exceptional items
        _____________________ => $3,84 bereinigtes EPS ohne neue Schulden aus der SABMiller-Übernahme
      • 2015: Diluted EPS $4,96 => $5,10 Diluted EPS before exceptional items
      • 2014: Diluted EPS $5,54 => $5,32 Diluted EPS before exceptional items
      • 2013: Diluted EPS $8,72 => $4,81 Diluted EPS before exceptional items
        (Buchgewinn bei der Übernahme der fehlenden Anteile an Grupo Modelo)
      • 2012: Diluted EPS $4,40 => $4,42 Diluted EPS before exceptional items
      • 2011: Diluted EPS $3,58 => $3,95 Diluted EPS before exceptional items
      • 2010: Diluted EPS $2,50 => $3,13 Diluted EPS before exceptional items
      • 2009: Diluted EPS $2,90 => $2,47 Diluted EPS before exceptional items
      • 2008: Diluted EPS $1,93 => $2,51 Diluted EPS before exceptional items
      Eine Form 20-F für 2016 gibt es noch nicht, aber der Jahresbericht 2016 ist schon veröffentlicht und enthält dieselben Kennzahlen.

      Der heftige Gewinneinbruch des Weltmarktführer in 2016 liegt zum Teil an den (als Einmal-Effekt bereinigten) Finanzierungskosten der Übernahme von SAB Miller ($3,356 Mrd), zum anderen jedoch am dauerhaften Anstieg der Zinszahlungen von $2,417 Mrd. (2015, 17.4% des operativen Gewinns) auf $5,860 Mrd. (2016, 45.5% des operativen Gewinns), also um +142% gegenüber dem Vorjahr - das Ergebnis der Aufnahme von etwa $60 Mrd. an neuen Schulden.

      Allerdings wurde die Übernahme von SABMiller erst am 11. Oktober 2016 abgeschlossen, sodass der Zukauf erst ab Beginn des Bilanzjahres 2017 konsolidiert werden kann.
      Der Umsatz von Anheuser-Busch InBev wird also 2017 einen Sprung um (nur) ca. +25% machen (weil SABMiller im Zuge der Übernahme aus kartellrechtlichen Gründen sein US-Geschäft an Molson Coors und sein Osteuropa-Geschäft an Asahi verkaufen musste), aber der Gewinn pro Aktie wird voraussichtlich erst 2018e wieder das Niveau von 2015 erreichen.

      Für die Hamsterrad-Datenerfassung bedeutet die zeitliche Verschiebung zwischen Anstieg der Schulden und Konsolidierung des übernommenen Unternehmens einen hässlichen Zacken nach unten.
      Der operative Gewinn von AnheuserBusch lag 2016 sogar leicht unter dem Niveau von 2015. Nehmen wir mal an, die Verschuldung wäre ohne die Übernahme konstant geblieben, dann wäre die Zinszahlung 2016 um $5,806 Mrd. - $2,417 Mrd. = $3,389 Mrd. niedriger ausgefallen, wovon bei einem Steuersatz von 37,2% der Nettogewinn um $2,128 Mrd. profitiert hätte.
      Bei 1,99 Mrd. Aktien (2015) wäre der Gewinn ohne dies Neuverschuldung um $1,07 pro Aktie höher ausgefallen, was ich in der obigen Liste mit $2,77 + $1,07 = $3,84 mal versuchsweise als "plausibleren Wert" angeboten habe.

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    • Sowohl bei GoogleFinance als auch im Comdirect Informer (meinen beiden Datenquellen für Kurszeitreihen) hat der in New York in US-Dollar gehandelte ADR zur Anheuser-Busch-Aktie eine Datenlücke im Jahr 2009, deren Ursache ich auf die Schnelle nicht recherchiert habe; sollte jemand eine vollständige Datenquelle für diesen Zeitraum kennen, immer her damit.
      Kurse in Euro an der Börse Brüssel für diesen Zeitraum gibt es, aber die müsste ich mit tagesgenauen Crossrates nach US-Dollar umrechnen, um sie im obigen Chart verwenden zu können, und dafür halte ich angesichts der Bewertung (135% des KGV-Durchschnitts) und Gewinn-Entwicklung des Unternehmens (das mit den aktuell erfassten Daten gerade mal 100,5 kompatible Hamsterrad-Punkte schafft - man müsste insbesondere die 2007 ausgeschüttete riesige Sonderdividende irgendwie bereinigen) die erforderliche Zeit für zu schade.

      Zudem sind die Kurse vor der Fusion zwischen AnheuserBusch und InBev (2008) nicht adjustiert; so richtig sinnvoll ist der Kursverlauf im obigen Bild also wohl erst ab 2010.

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    • Wie hier angesprochen könnte man zwar nun die vorhandenen Kurse/EPS/Buchwerte/Dividenden etc. von SABMiller und AnheuserBusch InBev addieren und damit das neue Unternehmen auch "historisch abbilden", allerdings ist das aufgrund der kartellrechtlich erzwungenen Verkäufe auf Seiten von SABMiller wohl auch nicht richtig... Wenn wir alternativ einfach so tun als hätte AnheuserBusch InBev sich nicht verändert, verzerrt der fusionsbedingte "Sprung" im Umsatz, EPS usw. die vorhandene Zeitreihe.

      In Anbetracht der "unsauberen" Daten stellt sich mir allerdings die Frage inwieweit wir das Unternehmen (mit dem Hamsterrad-Sheet) überhaupt bewerten können oder ob es nicht grundsätzlich sinnvoller wäre auf ein anderes Unternehmen der gleichen Branche umzuschwenken bei dem die Datenqualität besser ist (und hoffentlich auch die Performance des Unternehmens).
    • Oliver schrieb:

      Wie hier angesprochen könnte man zwar nun die vorhandenen Kurse/EPS/Buchwerte/Dividenden etc. von SABMiller und AnheuserBusch InBev addieren und damit das neue Unternehmen auch "historisch abbilden", allerdings ist das aufgrund der kartellrechtlich erzwungenen Verkäufe auf Seiten von SABMiller wohl auch nicht richtig... Wenn wir alternativ einfach so tun als hätte AnheuserBusch InBev sich nicht verändert, verzerrt der fusionsbedingte "Sprung" im Umsatz, EPS usw. die vorhandene Zeitreihe.
      Bei den meisten Übernahmen gibt es gar keinen Sprung an dieser Stelle: Das gemeinsame Unternehmen produziert mehr Gewinn und hat mehr Eigenkapital, was sich jeweils auf mehr Aktien verteilt (weil eine große Übernahme praktisch nie komplett mit Fremdkapital finanziert wird).

      Im Fall von SABMiller halte ich 25% mehr Umsatz mit 142% mehr Zinsbelastung für zu teuer bezahlt - und das macht sich in einem Knick des EPS bemerkbar.
    • Hallo zusammen,

      die Zinsbelastung wird meiner Ansicht nach ziemlich schnell sinken. Asahi hat einen strategischen Preis für Pilsner Urquell & Co. bezahlt , gut für ABInbev. $ 7,8 Mrd + $ 12 Mrd aus dem MillerCoors JV. Wenn der Kaufpreis fließt, sind es schon $ 20 Mrd weniger, der ursprünglich $ 60 Mrd neu aufgenommenen Schulden. Zusätzlich spitzt 3G die Bleistifte und das zero cost Budget wird bei SABMiller angesetzt. Brito hatte in der letzten PK noch größere Kosteneinsparungen versprochen.

      Da ich den Tausch SABMiller in die Restricted Shares analog Altria (nur in kleinerem Umfang) mitgemacht habe, sind meine Anteile sowieso bis 2021 gesperrt. Bis dahin sollte das Unternehmen restruktiert und als globaler Marktführer gut aufgestellt sein.

      Gruß Vola

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    • Was ist ein "strategischer Preis"?
      Ich kann nicht erkennen, wieso AB Inbev bei den kartellrechtlich erzwungenen Verkäufen das große Los gezogen haben soll.
      Und geflossen ist der Verkaufserlös für MillerCoors bereits im Oktober 2016, und dasselbe gilt für den Erlös aus dem Verkauf des Westeuropa-Geschäfts an Asahi. Trotzdem stiegen die Verbindlichkeiten von Anheuser-Busch InBev von $42,2 Mrd. Ende 2015 auf $107,9 Mrd. Ende 2016, also sogar um $65,7 Mrd.

      Anheuser-Busch hat im Wesentlichen Marktanteile in den Emerging Markets gekauft: Das EBITA von SABMiller plc. in 2015 stammt zu 33% aus Lateinamerika, zu 29% aus Afrika und zu 13% aus Asia/Pacific. Wie werthaltig gerade die Assets in Lateinamerika mit dort chronisch abwertenden Währungen sein werden, das wird sich erst noch herausstellen müssen.

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    • Volatilitaet schrieb:

      Wenn der Kaufpreis fließt, sind es schon $ 20 Mrd weniger, der ursprünglich $ 60 Mrd neu aufgenommenen Schulden.
      Nachtrag: Du vergisst dabei, dass Anheuser-Busch InBev nicht nur $60 Mrd. an neuen Schulden für den Kauf der Aktien von SABMiller aufgenommen hat, sondern zudem auch noch 13,5 Mrd. britische Pfund an Verbindlichkeiten von SABMiller in seine Bilanz aufnehmen musste.
    • Vielen Dank für die Hinweise und Anmerkungen,

      ABinbev gibt als net debt $ 108 Milliarden zum 30.12.2016 im Vergleich zu $ 42,2 Mrd zum 30.12.2015 -> Steigerung von $ 65,8 Mrd. Inwieweit die Kaufpreise geflossen sind, entzieht sich meiner Kenntnis, meines Wissens wurde auch das Coca-Cola Abfüllgeschäft für über 3 Mrd in Afrika verkauft. Oft hängen ja noch Kartellentscheidungen an den Fällen. Sicherlich ist aktuelle Verschuldung als sehr hoch anzusehen.

      Report ABinbev 2016

      zum Thema EM: Ja, stimmt, SABMiller war hier sehr stark und dort wird auch das zukünftige Potenzial gesehen, in den entwickelten Märkten nimmt der Bierkonsum tendenziell ab. Dies wurde vom Management auch so kommuniziert, von daher sind 15-fache EBITDA für wachstumsschwache Europagesellschaften sicherlich kein schlechter Preis. Das Team von 3G besteht aus Brasilianern und ich denke die sollten das zukünftige Marktpotenzial für das Lateinamerikageschäft langfristig schon einschätzen können.

      Persönlich bin ich in Asahi und ABINbev (durch Tausch SABMiller) investiert.

      Gruß
    • Volatilitaet schrieb:

      Oft hängen ja noch Kartellentscheidungen an den Fällen.
      Deshalb habe ich bei beiden Verkäufen die Meldung der "completed" Transaktion verlinkt.

      Volatilitaet schrieb:

      in den entwickelten Märkten nimmt der Bierkonsum tendenziell ab. Dies wurde vom Management auch so kommuniziert, von daher sind 15-fache EBITDA für wachstumsschwache Europagesellschaften sicherlich kein schlechter Preis.

      Persönlich bin ich in Asahi ... investiert.
      Also bist Du mit dem "strategischen Preis" einverstanden?

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    • Für Asahi macht die Diversifizierung außerhalb Japans Sinn, auch wenn der Preis etwas hoch erscheint. Mit Asahi decke ich den Qualitätsmarkt ab, mit ABINbev den Weltmarktführer mit Massenmarken, von daher unterscheiden sich beide Investments deutlich voneinander. Unter Investitionsgesichtpunkten müsste man getreu dem Motto "Streiten sich Zwei, freut sich der Dritte auf Heineken setzen. Mir reichen aber zwei Biermarken mit denen ich jeweils 5-6% meines Depots abdecke.

      Ganz objektiv bin ich nicht, da ich persönlich gerade die tschechischen Marken wie Pilsner Urquell Co. selber gerne trinke. Das Geschäft dürfte zumindest relativ stabil sein, auch wenn die Wachstumstreiber eher nicht vorhanden sind.