Procter & Gamble / US7427181091

    • EPS-Bereinigung für (und durch) Procter & Gamble

      Procter & Gamble veröffentlicht in seinen 8-k-Reports neben dem "reported EPS" auch ein "adjusted EPS (non-GAAP)", das um Sonderfälle bereinigt ist. (2008-2010: "continuing core EPS")

      • 2015: EPS reported $2,44 => $4,02 EPS adjusted (Abschreibung Batteriegeschäft)
      • 2014: EPS reported $3,86 => $4,09 EPS adjusted (Restrukturierung; Venezuela impairment)
      • 2013: EPS reported $3,83 => $4,02 EPS adjusted (Restrukturierung; gain on buyout of Iberian joint-venture)
      • 2012: EPS reported $3,66 => $3,85 EPS adjusted (impairment; restructuring; gain from snack divestiture)
      • 2011: EPS reported $3,93 => $3,87 EPS adjusted (European legal matters, U.S. tax litigation)
      • 2010: EPS reported $3,53 => $3,67 EPS adjusted (European Legal Matters; Taxation of Retiree Healthcare Subsidy)
      • 2009: EPS reported $3,39 => $3,47 EPS adjusted (Folgers restructuring)
      • 2008: EPS reported $3,56 => $3,41 EPS adjusted (Adjustments to Tax Reserves)
      • 2007: EPS reported $3,04 => $3,04 EPS adjusted (kein Bereinigungsgrund)
      • 2006: EPS reported $2,64 => $2,64 EPS adjusted (Verwässerung der Aktie durch Gilette-Übernahme nicht anerkannt)
      • 2005: EPS reported $2,53 => $2,53 EPS adjusted (kein Bereinigungsgrund)
      • 2004: EPS reported $2,32 => $2,32 EPS adjusted (kein Bereinigungsgrund)
      EPS 2016 wird voraussichtlich durch Bewertungseffekte beim Verkauf von Wella beeinflusst werden.
    • Bereinigung schrieb:

      EPS 2016 wird voraussichtlich durch Bewertungseffekte beim Verkauf von Wella beeinflusst werden.
      • 2016: EPS reported $3,49 => $3,87 EPS adjusted ($0,18 Restrukturierung, $0,20 discontinued operations, d. h. operativer Gewinn aus der zum Verkauf stehenden Sparte)
      Der erst vor wenigen Tagen vollzogene Wella-Deal wird erst im Bilanzjahr 2017 seine Auswirkungen haben. Für 2017 erwartet das Unternehmen einen signifikanten Sondergewinn aus dem Verkauf seiner Körper- und Schönheitspflegesparte an Coty in allerdings noch nicht bekannter Höhe: "The exact earnings gain from the transaction with Coty will not be known until the completion of the deal, which is targeted for October 2016."
    • Ich bin gerade dabei die Daten zu verifizieren, was bei P&G gar nicht so leicht ist, da (zumindest die letzten Jahre) andauernd irgendein Spartenverkauf die (Vorjahres)Werte verändert, aktuell (noch nicht erfassbar) der Verkauf der "Beauty-Sparte" an Coty, in 2015 Duracell usw.

      Das ist ziemlich ärgerlich, zumal die Reports von P&G (vor 2015) meiner Meinung nach nicht unbedingt übersichtlich und verständlich aufgebaut sind. (Vor allem muss man was die "discontinued operations" angeht aufpassen, denn die sind in den Core-Werten etwas eigenwillig berücksichtigt: d.h. ein Verlust hieraus wird von P&G auf das Core-ESP addiert, ein Gewinn hingegen substrahiert. bzw. nicht berücksichtigt - wir wollen aber ja das "ganze" Unternehmen darstellen und müssen diese Logik daher wieder umkehren)

      Für den EPS-Wert 2014 wurde von uns der Vorjahres-Wert aus dem 8-k Report von 2015 verwendet - im Original Report wird hingegen 4,22 angegeben. (Hier müsste m.E. nach konsequenterweise zudem der Verlust aus den "discontinued operations" wieder abgezogen werden). Für 2015 hingegen haben wir den Original-Wert von 4,02 anstatt den Vorjahres-Wert (3,76) aus dem 8-k Report von 2016 angesetzt.

      Welche Werte wären denn eurer Meinung nach sinnvollerweise anzusetzen? Die Original-Werte aus dem passenden Report oder die Vorjahres-Werte?
      Das Problem beim Nutzen der Vorjahres-Werte ist, dass man konsequent dran denken muss diese ggf. im Folgejahr anzupassen (was vermutlich im oben dargelegten Fall nicht erfolgte?).

      Ein ähnliches Problem ergibt sich allerdings auch für alle anderen Daten (Umsatz, operativer Gewinn usw.) - entweder man errechnet jährlich neue passende Faktoren und bereinigt die Vorjahreswerte oder man hat eine ggf. sehr unruhige Zeitreihe (die aber ja die Realität widerspiegelt).

      Ich hätte aufgrund der Vielzahl der Änderungen bei P&G nun dazu tendiert immer nur die Werte aus dem Original-Report zu verwenden, bin aber nicht sicher. Das Problem ist ansonsten, dass die ganzen Einträge im Hamsterrad-Sheet zu sehr nach Finanzalchemie aussehen und nicht mehr nachvollziehbar sind ("jedes Jahr werden die Vorjahreswerte angepasst und umgerechnet").

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    • Oliver schrieb:

      Welche Werte wären denn eurer Meinung nach sinnvollerweise anzusetzen? Die Original-Werte aus dem passenden Report oder die Vorjahres-Werte?
      Das Problem beim Nutzen der Vorjahres-Werte ist, dass man konsequent dran denken muss diese ggf. im Folgejahr anzupassen (was vermutlich im oben dargelegten Fall nicht erfolgte?).
      Das kommt darauf an, warum sich beide voneinander unterscheiden.

      Wenn im Nachfolgejahr ein discontinued-Gewinn aus dem Vorjahr herausgerechnet wird, um die Entwicklung zwischen Vorjahr und aktuellem Jahr besser darzustellen (was von den Unternehmen häufig praktiziert wird), dann wäre es besser, den Gewinn aus dem vorherigen Jahr zu verwenden, weil der operative discontinued-Gewinn damals Teil des Grundes für den damaligen Aktienkurs war, also legitimer Bestandteil des damaligen KGV. Einen operativen Verlust des discontinued-Anteils möchte ich im EPS berücksichtigt sehen, einen Verlust aufgrund eines Impairments (Neubewertung nach Kenntnis des Verkaufspreises) hingegen nicht.

      Leider gibt es auch Korrekturen, die auf besseren Informationen basieren, insbesondere auf einer Verschärfung der Bilanzierungsvorschriften. Ein Beispiel dafür ist die Änderung der Bilanzierungsregeln in Sachen Aktienoptionen im Jahr 2006, nach welcher ich rückwirkend die korrigierten Vorjahresergebnisse gerne übernehme, weil sie mit allen nachfolgenden EPS-Werten besser vergleichbar sind.

      Im Zweifelsfall muss man also einfach genau hinschauen, warum sich die Zahlen geändert haben.
      Im Falle von PG für 2014 liegt die Änderung am Gewinn der discontinued operations, der im 8-k Report 2014 mit -$0,03 beziffert wurde, im 8-k Report 2015 jedoch mit -$0,16 minus -$0,01 non-controlling interest = -$0,15.
      Procter&Gamble weist in beiden Reports ein (unbereinigtes) diluted EPS von $4,01 aus, allerdings
      • im 2014er-Report als Summe aus $3,98 continuing + $0,03 discontinued,
      • im 2015er-Report als Summe aus $3,86 continuing + $0,15 discontinued.
      Das Unternehmen hat also an dieser Stelle die Bedeutung von "discontinued" rückwirkend geändert. Und dies ist ein Fall, in dem ich den Originalwert verwenden will, genau wie für 2015.

      Also sollte die obige Auflistung geändert werden zu
      Vielen Dank für die Korrektur!

      Oliver schrieb:

      Ein ähnliches Problem ergibt sich allerdings auch für alle anderen Daten (Umsatz, operativer Gewinn usw.) - entweder man errechnet jährlich neue passende Faktoren und bereinigt die Vorjahreswerte oder man hat eine ggf. sehr unruhige Zeitreihe (die aber ja die Realität widerspiegelt).
      Der Unterschied zwischen dem Splitfaktor bei Reckitt Benckiser und den Verkäufen von Procter&Gamble liegt darin, dass Procter&Gamble einen Verkaufserlös erhalten hat, der nun Teil der Substanz des Unternehmens ist (und ggf. für Aktienrückkäufe verwendet werden kann - insbesondere hat Buffett für Duracell ja gerade mit P&G-Aktien bezahlt), während die Aktionäre von Reckitt Benckiser eine weniger wertvolle RB-Aktie plus eine zusätzliche Aktie des SpinOff im Depot haben.
      Für die Kursentwicklung von P&G sollten die Spartenverkäufe also keine Auswirkung haben, die eine Korrektur erfordern würde. (Ähnliches gilt beispielsweise für den Börsengang von Covestro als Tochtergesellschaft von Bayer.)

      Oliver schrieb:

      Ich hätte aufgrund der Vielzahl der Änderungen bei P&G nun dazu tendiert immer nur die Werte aus dem Original-Report zu verwenden, bin aber nicht sicher. Das Problem ist ansonsten, dass die ganzen Einträge im Hamsterrad-Sheet zu sehr nach Finanzalchemie aussehen und nicht mehr nachvollziehbar sind ("jedes Jahr werden die Vorjahreswerte angepasst und umgerechnet").
      Mein aktueller Informationsstand in Sachen P&G ist nicht ausreichend, um diese Aussage zu kommentieren (EPS 2006?). Ich halte es jedoch für durchaus möglich, dass eine solche Herangehensweise für das betreffende Unternehmen zu den bestmöglichen Ergebnissen führen könnte.

      Ich halte allerdings die Nachvollziehbarkeit der Daten nicht für einen Grund, auf die bestmöglichen Daten zu verzichten.
      Gerade Diskussionen wie die vorliegende können ja dabei helfen, für jedes einzelne Unternehmen darzulegen, warum eine bestimmte Bereinigungsmethode angewendet wurde.
      Und eine einheitliche Methode für alle Unternehmen würde eine einheitliche Bilanzqualität bei allen Unternehmen voraussetzen...

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    • Bereinigung schrieb:

      Wenn im Nachfolgejahr ein discontinued-Gewinn aus dem Vorjahr herausgerechnet wird, um die Entwicklung zwischen Vorjahr und aktuellem Jahr besser darzustellen (was von den Unternehmen häufig praktiziert wird), dann wäre es besser, den Gewinn aus dem vorherigen Jahr zu verwenden, weil der operative discontinued-Gewinn damals Teil des Grundes für den damaligen Aktienkurs war, also legitimer Bestandteil des damaligen KGV. Einen operativen Verlust des discontinued-Anteils möchte ich im EPS berücksichtigt sehen, einen Verlust aufgrund eines Impairments (Neubewertung nach Kenntnis des Verkaufspreises) hingegen nicht.
      Ich habe die EPS-Werte mittlerweile wie folgt bei mir übernommen. Hierdurch sinkt das durchschnittliche KGV etwas, ebenso die Robustheit. Leider kamen diese rückwirkenden Änderungen bei P&G recht häufig vor, was das ganze Prozedere recht umständlich machte:

      wie oben"neu"
      20163,873,87
      20154,024,02
      20144,094,22
      20134,024,05
      20123,853,85
      20113,873,95
      20103,673,67
      20093,473,67
      20083,413,50
      20073,043,04
      20062,642,64
      20052,532,53
      20042,322,32