Mein Depot vs ETF

    • Als Ende 2018 meine Jahresperformance negativ war, habe ich auch überlegt, warum der ganze Aufwand und nicht einfach ETFs kaufen. Zumindest einen Teil z.B. 50% meines Aktienanteils in ETFs, den Rest in Einzelaktien.

      Inzwischen habe ich das aber wieder verworfen, weil ich meinen Bewertungsansatz etwas modifiziert habe (mehr dazu unten) und fühle mich damit wieder ziemlich wohl.

      Der richtige Anlagestil ist eine höchst individuelle Sache und sollte auf jeden persönlich zugeschnitten sein.
      Ich habe von 2008 bis 2014 nur Aktien über ETFs gehalten, habe aber meine Aktienquote nie über 40% steigern können, weil ich immer Angst vor den nächsten Crash hatte. Erst als ich 2015 mit Einzelaktien anfing, konnte ich meine Aktienquote auf teilweise bis zu 90% (zur Zeit 80%) steigern. Der Grund warum ich hier mehr in Aktien investieren kann ist, weil man mit Einzelaktien individueller und unabhängiger vom Gesamtmarkt agieren kann. Allerdings kostet es auch viel mehr Zeit und Nerven. Wer nicht viel Zeit hat oder ein schwaches Nervenkostüm, fährt meiner Meinung mit ETFs viel besser.

      Alexxx schrieb:

      Der grundlegende Denkfehler ist, dass man glaubt mit dem System irgendwas zu erreichen.

      Nimm dir ein ETF MSCI World 70% + EM 70% und vergleiche das mal mit den Titeln, die das System mal ausgespuckt hat. Funktionieren tut davon langfristig nicht.
      Wo ist AT&T? Wo ist IBM? Wo ist CVS? Wo ist Roche?
      Das System bringt nicht die nötige Zuverlässigkeit. Rechne einfach mal selbst.

      Du kannst auch einfach die PDF (
      file-upload.net/download-13592080/KarlNapfEbook.pdf.html ) lesen und die Titel mal jetzt vergleichen nach 5 Jahren, die dort sich zum Kauf abgeboten hätten.
      Das älterste Hamsterrad-Sheet, welches bei mir mit Libreoffice funktioniert, ist vom 13.03.2016. Da sind aber auch ein paar Unternehmen mit hoher Punktezahl dabei, die ziemlich gut gelaufen sind, wie Microsoft, Mastercard, Visa.

      Man könnte mit diesem Dokument einfach einen Backtest erstellen, in dem man die splitbereinigten Euro-Kurse vom 13.03.2016 einträgt und die Euro-Kurse von heute.
      Aus der Differenz der beiden Kurse könnte man dann eine Rendite p.a. der letzten 3 Jahre berechnen und mit einem Index wie einen MSCI World in EUR (ohne Dividende) vergleichen.

      Dann könnte man z.B. Auswertungen mit verschiedenen Sortierungen machen. Rendite p.a. wenn man die besten 30 Aktien gekauft hätte, usw. Ob der kurze Zeitraum repräsentativ ist, weiß ich aber nicht.

      Wo ist AT&T? Wo ist IBM? Wo ist CVS? Wo ist Roche?
      Die waren seinerzeit ziemlich günstig bewertet?
      Das Problem bei günstig bewerteten Aktien ist, dass diese nicht umsonst so günstig sind.

      Man muss hier aber differenzieren zwischen günstigen Aktien bei einem günstigen Gesamtmarkt und günstigen Aktien bei einem teuren Gesamtmarkt.

      Als Gesamtmarkt könnte man z.B. die 70 Aktien aus dem Hamsterrad-Sheet nehmen und die durchschnittliche Abweichung aller Aktien vom Median aus dem KGV-Blatt berechnen.

      Ist eine Aktie historisch günstig bewertet bei einem historisch teuren Gesamtmarkt, dann verstecken sich in dieser Aktie größere Risiken.

      Bei einem Screener, wie dem Hamsterrad-Sheet oder dem Gier-System von Karl Napf bekommen Aktien Pluspunkte, wenn sie günstig bewertet sind und Minuspunkte, wenn sie zu teuer bewertet sind, unabhängig wie der Gesamtmarkt gerade steht.

      Nach meiner Erfahrung nach 4 Jahren mit diesen Systemen denke ich, dass man das Risiko maximiert, wenn man Aktien kauft, nur wenn diese gerade günstig sind und gleichzeitig der Gesamtmarkt teuer ist. Es ist auch eine von Gerd Kommers Argumentationen gegen Stockpicking, er sagt Aktienscreener sind Risikomaximierer.

      Etwas anderes ist es, wenn der Gesamtmarkt billig wird, bei z.B. einer Korrektur oder Crash, dann kann man billige Aktien ohne viel Risiko kaufen. Das war aber in den letzten 4 Jahren nicht wirklich der Fall.

      Andere Bewertungsfaktoren aus dem Hamsterrad-Sheet und Gier-System wie historisches Gewinnwachstum, Robustheit der Gewinne oder Pluspunkte wenn keine Dividenden ausgefallen sind, sind meiner Meinung aber Risikominimierer. Danach Aktien zu bewerten, finde ich nach wie vor sehr gut.

      Der Markt ist zu einem gewissen Grad effizient und wenn man nur Aktien kauft, wenn diese gerade günstig bewertet sind, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man zu viele zukünftige "Looser" erwischt.
      Dieses Wetten gegen den Markt kann man machen, für mich persönlich habe ich aber gemerkt, dass ich es nicht mit meinem gesamten Aktienanteil machen will.

      Nun ist es aber so, dass die Bewertung des Aktienmarktes auch Einfluss auf die Bewertung von Aktien hat. Bei überbewerteten Aktienmärkten sind die Aktien höher bewertet, bei niedrig bewerteten Aktienmärkten niedriger.

      Daraus folgen diese Annahmen bei einem Markt mit 120% relativer KGV-Bewertung (Anmerkung: 120% relative KGV Bewertung bedeutet eine 20% höhere Bewertung als der historische Durchschnitt).

      Eine Aktie mit 80% relativen KGV ist sehr günstig bewertet relativ zum Markt.
      Eine Aktie mit 100% relativen KGV ist günstig bewertet relativ zum Markt.
      Eine Aktie mit 120% relativen KGV ist fair bewertet relativ zum Markt.
      Eine Aktie mit 140% relativen KGV ist überbewertet relativ zum Markt.

      Weitere Annahme:
      Wenn es in einem 120% bewerteten Markt Aktien gibt, welche zwischen 80% und 100% bewertet sind und wir davon ausgehen, dass der Markt bei einer hohen Markt-Bewertung mit hoher Wahrscheinlichkeit effizient ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass in 100% bewerteten Aktien hohe Risiken stecken und in den 80% bewerteten Aktien erst recht.

      Anders in einem günstig bewerteten Markt wie 2008/2009. Dann stecken in Aktien, welche mit 80% bewertet sind, mit hoher Wahrscheinlichkeit geringe Risiken.

      Mit diesen Annahmen kann man sagen, dass je weiter sich die relative Bewertung einer Aktie vom Gesamtmarkt entfernt, desto riskanter wird sie.

      In einem hoch bewerteten Aktienmarkt wie z.B bei 120% relativer KGV-Bewertung stecken dann die geringsten Risiken in Aktien, welche mit 120% relativen KGV bewertet sind.

      Nochmal ein Beispiel, welches meine These verdeutlicht:
      Angenommen ich halte den Markt zu 80% für effizient und für 20% uneffizient. Dann ergeben sich die folgenden Annahmen:

      Fair bewertete Aktien:
      80% Chance, dass die zukünftige Entwicklung wie erwartet durchschnittlich verläuft.
      20% Chance, dass die zukünftige Entwicklung unerwartet negativ verläuft.
      20% Chance, dass die zukünftige Entwicklung unerwartet positiv verläuft.

      Unterbewertete Aktien:
      80% Chance, dass die zukünftige Entwicklung negativ oder erwartet unterdurchschnittlich verläuft.
      20% Chance, dass die zukünftige Entwicklung unerwartet durchschnittlich verläuft.
      20% Chance, dass die zukünftige Entwicklung unerwartet positiv verläuft.

      Überbewertete Aktien:
      80% Chance, dass die zukünftige Entwicklung positiv oder erwartet "überdurchschnittlich" verläuft.
      20% Chance, dass die zukünftige Entwicklung unerwartet "durchschnittlich" verläuft.
      20% Chance, dass die zukünftige Entwicklung negativ verläuft.

      Mit diesen Annahmen ist es am riskantesten die unterbewerteten Aktien zu kaufen.

      Stark überbewertete Aktien würde ich aber auch meiden, weil überdurchschnittliche Erwartungen selten dauerhaft erfüllt werden können.

      Somit ist es am wenigsten riskant die fair bewerteten Aktien (relativ zum Markt) zu kaufen.

      Mein Bewertungsansatz seit 6 Monaten ist deshalb, dass ich in meinen Bewertungssystem günstigen Aktien keine Pluspunkte mehr gebe, sondern Minuspunkte. Des weiteren ist eine Aktie fair bewertet, wenn diese genauso bewertet ist, wie der Gesamtmarkt.

      Dann ist z.B. bei einem 120% bewerteten Markt eine Aktie mit 120% nicht überbewertet, sondern fair bewertet.
      Dagegen hat eine 100% bewertete Aktie mit großer Wahrscheinlichkeit bei einem 120% bewerteten Markt einen Nachteil, weil sonst wäre sie ja mit dem Markt auf 120% gestiegen. Deshalb bekommt so eine Aktie in meinem System Minuspunkte.

      Mit so einer Modifikation der "Günstig"-Komponente in einem Bewertungssystem ist dieses Verfahren kein Riskomaximierer mehr. Gerd Kommers Argument gegen Stockpicking kann hier nicht mehr bestehen.

      Mit dieser Modifikation der "Günstig"-Komponente kann man natürlich auch Looser erwischen. Ich glaube aber, dass die Wahrscheinlichkeit geringer ist, als bei den günstig bewerteten Aktien.
      Wichtig ist hier meiner Meinung nach aber auch eine große Streuung mit mindestens 40-50 Aktien, wenn man Stockpicking betreibt. Für kleine Depots ist das dann weniger geeignet und es macht viel Arbeit.


      Noch etwas zu der These, dass günstig bewertete Aktien weniger Fallhöhe bei einem Crash haben sollen:

      Meine These dazu: Wenn der Gesamtmarkt fällt, werden die unbeliebten (günstigen) Aktien genauso stark fallen, wie die teuren Aktien.

      Wenn der Gesamtmarkt mit 120% bewertet ist und bei einem Crash um 40% fällt auf 80% Bewertung, dann bedeutet das nicht, dass ein Depot mit günstig bewerten Aktien mit 100% Bewertung auch auf nur 80% Bewertung fällt und man damit nur 20% Fallhöhe hat.
      Die unbeliebten günstigen Aktien, werden bei einem Crash genauso stark verkauft, weil man sie jetzt ja in die beliebten "guten" Aktien tauschen kann, welche auch billiger geworden sind.

      Wenn man die Fallhöhe eines Depot bei einem Crash reduzieren möchte, dann sollte man das über eine reduzierte Aktienquote realisieren und auch Mid- und Small-Caps meiden, weil diese stärker als der Gesamtmarkt fallen.

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    • Auszug aus Beitrag finisher am 30. Mai 2019


      Als Ende 2018 meine Jahresperformance negativ war, habe ich auch überlegt, warum der ganze Aufwand und nicht einfach ETFs kaufen. Zumindest einen Teil z.B. 50% meines Aktienanteils in ETFs, den Reinzelaktien.

      Inzwischen habe ich das aber wieder verworfen, weil ich meinen Bewertungsansatz etwas modifiziert habe (mehr dazu unten) und fühle mich damit wieder ziemlich wohl.

      Der richtige Anlagestil ist eine höchst individuelle Sache und sollte auf jeden persönlich zugeschnitten sein.

      Das Problem bei günstig bewerteten Aktien ist, dass diese nicht umsonst so günstig sind.
      Man muss hier aber differenzieren zwischen günstigen Aktien bei einem günstigen Gesamtmarkt und günstigen Aktien bei einem teuren Gesamtmarkt.
      Als Gesamtmarkt könnte man z.B. die 70 Aktien aus dem Hamsterrad-Sheet nehmen und die durchschnittliche Abweichung aller Aktien vom Median aus dem KGV-Blatt berechnen.

      Nun ist es aber so, dass die Bewertung des Aktienmarktes auch Einfluss auf die Bewertung von Aktien hat. Bei überbewerteten Aktienmärkten sind die Aktien höher bewertet, bei niedrig bewerteten Aktienmärkten niedriger.

      Daraus folgen diese Annahmen bei einem Markt mit 120% relativer KGV-Bewertung (Anmerkung: 120% relative KGV Bewertung bedeutet eine 20% höhere Bewertung als der historische Durchschnitt).

      Eine Aktie mit 80% relativen KGV ist sehr günstig bewertet relativ zum Markt.
      Eine Aktie mit 100% relativen KGV ist günstig bewertet relativ zum Markt.
      Eine Aktie mit 120% relativen KGV ist fair bewertet relativ zum Markt.
      Eine Aktie mit 140% relativen KGV ist überbewertet relativ zum Mark .

      In einem hoch bewerteten Aktienmarkt wie z.B bei 120% relativer KGV-Bewertung stecken dann die geringsten Risiken in Aktien, welche mit 120% relativen KGV bewertet sind.

      Nochmal ein Beispiel, welches meine These verdeutlicht:
      Angenommen ich halte den Markt zu 80% für effizient und für 20% uneffizient. Dann ergeben sich die folgenden Annahmen:

      Fair bewertete Aktien:
      80% Chance, dass die zukünftige Entwicklung wie erwartet durchschnittlich verläuft.
      20% Chance, dass die zukünftige Entwicklung unerwartet negativ verläuft.
      20% Chance, dass die zukünftige Entwicklung unerwartet positiv verläuft.

      Unterbewertete Aktien:
      80% Chance, dass die zukünftige Entwicklung negativ oder erwartet unterdurchschnittlich verläuft.
      20% Chance, dass die zukünftige Entwicklung unerwartet durchschnittlich verläuft.
      20% Chance, dass die zukünftige Entwicklung unerwartet positiv verläuft.

      Überbewertete Aktien:
      80% Chance, dass die zukünftige Entwicklung positiv oder erwartet "überdurchschnittlich" verläuft.
      20% Chance, dass die zukünftige Entwicklung unerwartet "durchschnittlich" verläuft.
      20% Chance, dass die zukünftige Entwicklung negativ verläuft.

      Mit diesen Annahmen ist es am riskantesten die unterbewerteten Aktien zu kaufen.

      Stark überbewertete Aktien würde ich aber auch meiden, weil überdurchschnittliche Erwartungen selten dauerhaft erfüllt werden können.

      Somit ist es am wenigsten riskant die fair bewerteten Aktien (relativ zum Markt) zu kaufen.

      Dann ist z.B. bei einem 120% bewerteten Markt eine Aktie mit 120% nicht überbewertet, sondern fair bewertet.
      Dagegen



      Mein Bewertungsansatz seit 6 Monaten ist deshalb, dass ich in meinen Bewertungssystem günstigen Aktien keine Pluspunkte mehr gebe, sondern Minuspunkte. Des weiteren ist eine Aktie fair bewertet, wenn diese genauso bewertet ist, wie der Gsamtmarkt.


      Mein Kommentar:

      Mit Interesse habe ich diesen Beitrag gelesen, bestärkt er doch meine Zweifel an der kategorischen
      Orientierung „ Möglichst das kleinste KGV“.
      Die praktische Umsetzung habe ich jedoch immer noch nicht kapiert.

      Mein Problem: Was ist wirklich mit „relativer KGV-Bewertung“ gemeint?
      Relativ zum historischen Mittelwert des Marktes( z.B. Watchliste ( 70 Aktien)) oder der betreffenden Aktie.

      Mit welchem KGV wird der Markt bewertet?
      Ich habe mehrfach gelesen, dass der Markt Sektoren auch langfristig nicht gleich bewerten soll.
      Man müsste einen langfristigen Mittelwert ermitteln und die aktuelle Abweichung – erheblicher
      Aufwand.
      Und dann noch: Welche Gewinnschätzung nehme ich? Ich habe das mal für den DAX versucht,
      Ergebnis:
      1. googlefinance-Abfrage „PE; nicht alle Unternehmen auch Zahlen und wie errechnet?
      2. eps-Prognose von 4-tradert.com und aktuelgele Kurse

      Die Zahlen weichen deutlich voneinander ab.
      Mittelwerte: 41,2 (google), 16,7 (traders);
      min-Wert: 3,8 (google), 4,8 (traders);
      max-Wert: 650 (google), 35,2 (traders);

      Da ich eh mehr zur Trading-Methode von KarlNapf neige interessieren mich dessen Bonus/Malus-Komponenten „preiswert“ und „billig“; in welcher Komponente bringen bringe ich die Vermutung unter?
      Die Komponente „preiswert“ verwendet einen Zielwert von 18 für das KGV, das nach Wert der
      Robustheit modifiziert wird; ich habe schon experimentiert, diesen durch den jeweiligen hist.
      Mittelwert zu ersetzen.

      Einen historischen Mittelwert pro Jahr für den Markt ( Watchliste ) in einem zusätzlichen Tabellenblatt zu ermitteln wäre einfach und habe ich getan
      .
      Momentan neige ich dazu, in beiden Komponenten den KVGe-d -Wert zu modifizieren im
      Verhältnis akt. Markt-KGV zu historischem Mittelwert des Marktes, wenn dieser im Bereich
      100 -120 % relativer Überwertung liegt.
    • efuzzy schrieb:

      Mein Kommentar:

      Mit Interesse habe ich diesen Beitrag gelesen, bestärkt er doch meine Zweifel an der kategorischen
      Orientierung „ Möglichst das kleinste KGV“.
      Die praktische Umsetzung habe ich jedoch immer noch nicht kapiert.

      Mein Problem: Was ist wirklich mit „relativer KGV-Bewertung“ gemeint?
      Relativ zum historischen Mittelwert des Marktes( z.B. Watchliste ( 70 Aktien)) oder der betreffenden Aktie.
      In einem Bewertungsmodell muss man ja irgendwie einen Wert festlegen, ab wann eine Aktie über- oder unterbewertet ist.
      Im Hamsterrad- und Karl-Napf-Modell wird eine Aktie als fair bewertet gesehen, wenn diese ein Forward-KGV hat, welches gleich mit dem historischen KGV der selben Aktie ist (nicht dem Markt).

      Beispiel:
      Eine Aktie hat ein historisches KGV von 20.
      Die Aktie ist aktuell mit einem Forward-KGV von 24 bewertet.
      Dann ist die relative KGV-Bewertung der Aktie 120% und Hamsterrad und Karl Napf betrachten die Aktie als 20% überbewertet:
      120%-100% = 20%

      Ich habe diesen Ansatz modifiziert, indem die 100% in der Formel durch die relative Marktbewertung ausgetauscht habe.
      Angenommen der Markt ist derzeit mit 125% bewertet, dann sieht die Formel für das obige Beispiel so aus:
      120%-125% = -5%

      Die Aktie ist mit diesem Ansatz 5% unterbewertet. Es wird also weiterhin, das historische KGV mit den Forward-KGV der Aktie verglichen (=120%). Nur wenn ich feststellen will, ist 120% nun zu teuer, fair oder zu billig, benutze ich als Vergleichswert nicht 100%, sondern die Gesamtmarktbewertung.

      Und dann noch: Welche Gewinnschätzung nehme ich? Ich habe das mal für den DAX versucht,
      Ergebnis:
      1. googlefinance-Abfrage „PE; nicht alle Unternehmen auch Zahlen und wie errechnet?
      2. eps-Prognose von 4-tradert.com und aktuelgele Kurse
      Die Zahlen weichen deutlich voneinander ab.
      Mittelwerte: 41,2 (google), 16,7 (traders);
      min-Wert: 3,8 (google), 4,8 (traders);
      max-Wert: 650 (google), 35,2 (traders);
      Ich benutze für Aktien Analystenschätzungen von marketscreener.com (4-traders). Diese sind zu 99% die GAAP/IFRS-Werte. Je fortgeschrittener das Jahr, desto öfters sind in den 2019e-Werten bereits Sondereffekte enthalten, welche man anhand der Quartalsberichte bereinigen muss, damit man ein vergleichbares Forward-KGV erhält.
      MIt den Werten für einen Index wie den DAX habe ich keine Erfahrungen., diese benutze ich nicht.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von finisher ()

    • efuzzy schrieb:

      Die Komponente „preiswert“ verwendet einen Zielwert von 18 für das KGV, das nach Wert der
      Robustheit modifiziert wird; ich habe schon experimentiert, diesen durch den jeweiligen hist.
      Mittelwert zu ersetzen.
      Wie ich Karl Napf verstanden habe, soll die 18 generell gelten und drückt eine Angst vor zu hohen KGVs aus. Gleichzeitig ist diese Formel noch mit der Robustheit verknüpft. D.h. je weiter das Forward-KGV über 18 steht, desto mehr Punkteabzug bekommt eine Aktie. Bei einer Aktie mit guter Robustheit ist dieser Abzug geringer, bei einer Aktie mit wenig Robustheit wird der Abzug größer.
      Hohe KGVs werden dadurch bei robusteren Aktien eher toleriert und bei weniger robusten Aktien weniger.

      Wenn man keine Angst vor hohen KGVs hat, könnte man statt 18 auch einen höheren Wert oder den MIttelwert der jeweiligen Aktie nehmen. Das Problem ist aber bei dieser Formel die Verknüpfung mit der Robustheit. Bei einem höheren Wert statt der 18, müsste man der Formel "robust" mehr Gewicht geben.

      Dieser Beitrag wurde bereits 8 mal editiert, zuletzt von finisher ()

    • finisher schrieb:

      efuzzy schrieb:

      Mein Kommentar:

      Mit Interesse habe ich diesen Beitrag gelesen, bestärkt er doch meine Zweifel an der kategorischen
      Orientierung „ Möglichst das kleinste KGV“.
      Die praktische Umsetzung habe ich jedoch immer noch nicht kapiert.

      Mein Problem: Was ist wirklich mit „relativer KGV-Bewertung“ gemeint?
      Relativ zum historischen Mittelwert des Marktes( z.B. Watchliste ( 70 Aktien)) oder der betreffenden Aktie.
      In einem Bewertungsmodell muss man ja irgendwie einen Wert festlegen, ab wann eine Aktie über- oder unterbewertet ist.Im Hamsterrad- und Karl-Napf-Modell wird eine Aktie als fair bewertet gesehen, wenn diese ein Forward-KGV hat, welches gleich mit dem historischen KGV der selben Aktie ist (nicht dem Markt).

      Beispiel:
      Eine Aktie hat ein historisches KGV von 20.
      Die Aktie ist aktuell mit einem Forward-KGV von 24 bewertet.
      Dann ist die relative KGV-Bewertung der Aktie 120% und Hamsterrad und Karl Napf betrachten die Aktie als 20% überbewertet:
      120%-100% = 20%

      Ich habe diesen Ansatz modifiziert, indem die 100% in der Formel durch die relative Marktbewertung ausgetauscht habe.
      Angenommen der Markt ist derzeit mit 125% bewertet, dann sieht die Formel für das obige Beispiel so aus:
      120%-125% = -5%

      Die Aktie ist mit diesem Ansatz 5% unterbewertet. Es wird also weiterhin, das historische KGV mit den Forward-KGV der Aktie verglichen (=120%). Nur wenn ich feststellen will, ist 120% nun zu teuer, fair oder zu billig, benutze ich als Vergleichswert nicht 100%, sondern die Gesamtmarktbewertung.

      Und dann noch: Welche Gewinnschätzung nehme ich? Ich habe das mal für den DAX versucht,
      Ergebnis:
      1. googlefinance-Abfrage „PE; nicht alle Unternehmen auch Zahlen und wie errechnet?
      2. eps-Prognose von 4-tradert.com und aktuelgele Kurse
      Die Zahlen weichen deutlich voneinander ab.
      Mittelwerte: 41,2 (google), 16,7 (traders);
      min-Wert: 3,8 (google), 4,8 (traders);
      max-Wert: 650 (google), 35,2 (traders);
      Ich benutze für Aktien Analystenschätzungen von marketscreener.com (4-traders). Diese sind zu 99% die GAAP/IFRS-Werte. Je fortgeschrittener das Jahr, desto öfters sind in den 2019e-Werten bereits Sondereffekte enthalten, welche man anhand der Quartalsberichte bereinigen muss, damit man ein vergleichbares Forward-KGV erhält.MIt den Werten für einen Index wie den DAX habe ich keine Erfahrungen., diese benutze ich nicht.
      Ich bin dabei die KVG-Bewertung des Marktes auf den Ansatz von KarlNapf zu übertagen.
      Momentan habe ich die Einschätzung, dass es Phasen am Markt gibt, in denen Aktien generell überbewertet werden; dies gilt auch für kaufenswerte Aktien, welche durch die deutliche Abweichung von ihrem historischen Mittelwert als zu teuer eingeschätzt werden.
      Je nach Marktphase reduziere ich die KVG-Schätzung für die Aktien in dem Maße, wie der Markt von seinem "historischen"
      Mittelwert abweicht. Diese Reduzierung nehme ich nur dann vor, wenn der Markt um mehr als 20% non seinem historischen
      Mittelwert abweicht (positiv).
      Dieses "korrgierte" KVG verwende ich in der Berechnung der beiden Gier-Komponenten "preiswert" und "billig".
      Als genereller Zielwert für KVG verwengde ich nicht den Wert 18 sündern den historischen Markt-Mittelwert.
      Probleme habe ich mit dem Reagieren des Marktes bezüglich seiner Überbewertung. Am Beginn des Jahres betrug die
      Überbewertung fast 23,5%; jetzt ist sie auf 19,5% abgesunken.

      Meine erste Beobachtungen sind ernüchternd: Keine einschneidende Änderungen in der Bewertung einer Aktie.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von efuzzy ()

    • Hallo, eine erste Sortierung zeigte folgende Aktien mit Gier- bereinigten Performace über 4%, also k

      NOVO NORDISK
      ALPHABET(A)
      Johnson & Johnson
      BLACKROCK
      Emerson Electric
      3M
      Oracle
      Unilever
      CVS Health
      At&t
      Fresenius SE
      United Technologies



      efuzzy KarlNapf raw
      Performance

      29,26%29,26%3,22%
      18,30%18,46%18,46%
      15,85%15,85%17,12%
      11,17%11,18%12,20%
      10,32%10,32%12,64%
      8,30%8,30%10,85%
      6,84%6,84%9,21%
      6,44%6,45%12,95%
      6,14%6,14%-0,78%
      4,84%4,85%3,81%
      4,40%4,41%3,21%
      4,81%4,81%9,64%



      Bemerkenswert ist, dass einige Titel nur durch eie deutliche Markt-Unterbewertung (akt.KVG geringer als "historisches" KVG ) in der Liste sind. Der akuelle Mittewert des KVG der momentanen Watchliste liegt mehr als 20% über dem historischen
      Mitelwert, sodass ich keine KVG-Reduzierung vorgnommen habe.